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Der SINPO-Code

Der SINPO-Code (auch SINPO-System oder SINFO-Code) dient der Empfangsbeurteilung von Ton-Rundfunksendungen.


Beispiel

Eine Empfangsbeurteilung könnte beispielsweise so aussehen:

SINPO 44333

In Klartext übersetzt bedeutet dies:

Empfang eines starken Signals, bei nur geringen Interferenzen, mittelstarken Nebengeräuschen, und mäßigem Fading. Der Empfang ist insgesamt mittlerer Qualität einzustufen: O=3


Die Stufen-Tabelle

Nachstehende Tabelle gibt Aufschluss über den Zahlencode und die dazugehörige Bedeutung:


Stufe S
Signal
I
Interferenz
N
Nebengeräusche
P
Ausbreitungsstörungen
O
Gesamtbewertung
5 sehr stark keine keine keine sehr gut
4 stark gering gering gering gut
3 mittel mittel mittel mittel mittel
2 schwach stark stark stark schlecht
1 sehr schwach sehr stark sehr stark sehr stark unbrauchbar

Detaillierte Erklärung des SINPO-Codes

Signal (S)

Die Signalstärke des empfangenen Signals. Hören Sie beispielsweise auf Mittelwelle einen Ortssender, so entspricht dieser Wert der Ziffer 5. Einen schwachen Sender, der im Tropenband gerade "über der Grasnabe" dem Empfänger zu entlocken ist, würde man mit Ziffer 2 beurteilen. Bei 1 ist ein Empfang praktisch unmöglich, da das grundrauschen des Empfängers deutlich über dem AM-Nutzsignal liegen würde. Lediglich bei SSB könnte S einen Wert von 1 annehmen.


Interferenzen (I)

Interferenzen sind jene Störungen, welche durch Signale anderer Sender (Funkdienste, benachbarte Rundfunkstationen, etc.) verursacht werden. Sie sind folgerichtig nicht natürlicher Ursache, wie beispielsweise atmosphärische Störungen. Bekannte Interferenzen sind das "Interferenzpfeifen" durch benachbarte Stationen ("5-kHz-Pfeifen") oder im Hintergrund hörbare Morsesignale.


Nebengeräusche (N)

Unter Nebengeräuschen versteht man die Summe alle atmosphärischen Störungen, wie beispielsweise Prasseln und Knacken bei Gewitterstörungen. Oft fließt das Grundrauschen ebenfalls als subjektiver Eindruck mit in die Bewertung. Nebengeräusche treten bei AM praktisch immer auf.


Ausbreitungsstörungen, Fading (P, F)

Ausbreitungsstörungen beziehen sich zumeist auf die Schwunderscheinungen, also Fading. Einen Ortssender auf Mittelwelle empfangen Sie über die Bodenwelle. Nur hier ist ein Wert von 5 plausibel. Alle über die Raumwelle empfangenen Signale weisen Fading auf - mal mehr, mal weniger. Selbst ein vermeintlich starkes Signal bricht irgendwann mal kurzzeitig zusammen und verdient dann bereits nur noch den Wert 4. Flatter-Fading wird richtigerweise mit Wert 2 beurteilt, mäßig-starkes Fading mit 3. Einen Wert von 1 gibt es in der Praxis kaum.


Gesamtbewertung (O)

Generell kann der O-Wert nicht besser sein, als der höchste andere Wert. Folgerichtig ist die Beurteilung SINPO 33324 nicht möglich. Auch SINPO 34334 wirft einige Fragen auf; hier müßte die Gesamtnote nicht O=4, sondern O=3 lauten.

Die Beurteilung des Empfangs mittels SINPO-System ist umstritten, da viele Hörer und Laien den Code nur unzureichend anzuwenden wissen. Daher ist sie für die Funkhäuser zumeist unbrauchbar. Trotzdem sollte man sie als integralen Bestandteil eines Empfangsberichtes anwenden. Im Zweifelsfall kann man den Empfang auch in eigenen einfachen Worten beschreiben.

Insbesondere innerhalb der Hörerschaft sind die SINPO-Beurteilungen jedoch hilfreich, um einen Empfang nachvolziehen zu können. Wenn mir ein erfahrener Hobbykollege erzählt, er habe vergangene Nacht Radio Táchira aus Venezuela auf 4830 kHz mit SINPO 33222 empfangen, habe ich bereits ein relativ genaues "Bild" des Empfangs.


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