erstellt am 18.04.2026
Magnetsturm am Wochenende

Der 10,7‑cm‑Flux (F10.7) schwankte letzte Woche zwischen 98 Einheiten am vergangenen Wochenende und 108 Einheiten am Donnerstag. Es ist also ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen. Die NOAA erwartet zum kommenden Wochenende sogar Werte um 140 Einheiten. Das dürfte die DXer freuen: In den letzten Tagen öffnete das 13‑m‑Band nur mäßig; auf 16 Meter sah es dagegen schon besser aus. Die „Arbeitstiere“ waren 19 und 22 Meter, nachts vor allem die Bänder 31 bis 49 Meter.
Ursache für die mäßigen Ausbreitungsbedingungen der letzten Woche war eine geringe Sonnenaktivität. Es wurde kein M‑Flare beobachtet – ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre im absteigenden Sonnenzyklus Nr. 25. Zudem war das Erdmagnetfeld in den letzten Tagen recht ruhig. Davon profitierten die nächtlichen Bedingungen im 75‑ m‑Band und auf der Mittelwelle. Allerdings gab es bereits die ersten Aprilgewitter (QRN).
Die Geomagnetik am Wochenende wird von einem großen koronalen Loch beeinflusst. NOAA und das britische Met Office rechnen mit überwiegend aktiver bis stürmischer Geomagnetik (Kp 4–5); vereinzelt sind auch Phasen mit Kp 6 nicht ausgeschlossen. Bereits am Samstagmorgen war die Sonnenwindgeschwindigkeit leicht erhöht (~500 km/s), weil ein schneller Sonnenwindstrom (HSS) aus dem koronalen Loch eintraf. Es wird erwartet, dass die Windgeschwindigkeit allmählich auf etwa 700 km/s ansteigt. Möglicherweise treten zusätzlich CIR‑Effekte auf. Die Warnung gilt bis Sonntagmorgen.
Am heutigen Samstagmorgen zeigte sich das interplanetare Magnetfeld (IMF) südwärts gerichtet (Bz ≈ −14 nT). Ein derartiger südlicher Bz‑Wert führt bei eintreffendem Magnetsturm zwar nicht zu einem totalen „Blackout“, aber zu spürbaren Einschränkungen: Signale werden deutlich schwächer oder verschwinden im Rauschen, die maximale nutzbare Frequenz (MUF) sinkt, und höhere Bänder (11, 13 bzw. 16 m), die normalerweise für weite DX-Verbindungen offen wären, schließen. Der nutzbare Frequenzbereich wird damit stark zusammengedrückt.
Mit einem kräftigeren Magnetsturm würde die Ionosphäre instabil und turbulent. Signale klingen dann oft verzerrt oder „flatterig“, besonders auf Pfaden über die Polarregionen. Diese Funkwege können sogar komplett unterbrochen werden – man spricht dann von Polar Cap Absorption (PCA).
Zum Wochenbeginn sollten die Beeinträchtigungen jedoch schnell nachlassen und die Magnetik wieder ruhig werden. Das 13‑m‑Band wird dann wieder stabil öffnen und dies auch über längere Zeit, da inzwischen wieder rund 14 Stunden zwischen Sonnenauf‑ und ‑untergang liegen. Der Tag beginnt jedoch gemächlich: Es kann bis zum späten Vormittag dauern, bevor 13 Meter stabil aufmacht. Bei ruhiger Magnetik bleibt es meist bis zum Sonnenuntergang (gegen 1900 UTC) geöffnet; bei unruhiger Magnetik öffnet 13 Meter nur zeitweise und vorwiegend in südliche Richtungen. Nachts sinkt die MUF3000 (F2) nicht mehr unter 10 MHz, das heißt: Nach dem Sonnenaufgang öffnet das 19‑m‑Band meist sehr zügig und schließt teils erst in der zweiten Nachthälfte.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat. (Credit: spaceweatherlive.com)






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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