fading.de, das große Portal für Rundfunkfernempfang

Ausgabe für Braille-Zeile und Screenreader.

Funkwetter & Ausbreitungsvorhersage

Aktuelle Durchschnittswerte

SN 0 SFI 69 Ak 9 K 1

Das aktuelle Funkwetter

mit Tom Kamp (DF5JL)
erstellt am 28.03.2020

Lautstarkes DX von 19 bis 41 Meter

Die vergangene Woche war mal wieder sonnenfleckenfrei, der solare Fluxindex bewegte sich zwischen 69 (gestern) und 71 SFI. Auch die Geomagnetik war bis auf einen kurzen Ausreißer in der Nacht vom 26. auf den 27. März relativ ruhig.

Gleichzeitig öffneten am 24. März die oberen Bänder, im 10-m-Amateurfunkband wurden die ersten ausgeprägten Sporadic E (Es)-Öffnungen gemeldet, vereinzelt gelangen aber auch Verbindungen von Europa nach Südamerika. Am späten Vormittag des 25.3. stieg die von der Chilton-Ionosonde (RAL/RL052 - UK) gemessene kritische Frequenz auf 5,675 MHz, was eine maximal nutzbare Frequenz von mehr als 21 MHz über eine Strecke von 3000 km (MUF3000) bedeutete. Aber warum ist sie gestiegen?

GB2RS, die News Broadcast Station der britischen Amteurfunkvereinigung RSGB berichtet, dass die US-Wetterbehörde NOAA etwa zur gleichen Zeit eine Warnung herausgegeben hatte, dass der Elektronenfluss (2 MeV) am Mittwoch mit einem Spitzenwert von 1398 Teilchenflusseinheiten hohe Werte erreichte. "Etwa zu dieser Zeit zeigte der Satellit GOES-16 einen Rückgang des von der Sonne ausgehenden Röntgenflusses. Die Röntgenstrahlen der Sonne dringen bis zum Boden der Ionosphäre auf etwa 80 km ein und erzeugen eine Verstärkung der D-Schicht. Es könnte also sein, dass der geringere Röntgenfluss eine geringere Absorption der D-Schicht bedeutet und dass in Verbindung mit dem erhöhten Elektronenfluss die HF-Signale leichter die nun verbesserte F2-Schicht erreichen können." [1] Das könnte durchaus die teils doch beachtlichen Öffnungen auf den höheren Bändern erklären. Es kommt eben doch nicht nur auf den solaren Flux (SFI) allein ein, um das Funkwetter richtig einzuschätzen.

Aktuell gibt es keine signifikanten erdgerichteten koronalen Massenauswürfe (CME). Der Sonnenwind bewegt sich zurzeit leicht über dem Hintergrundniveau. Heute bleibt es voraussichtlich bei einer ruhigen Geomagnetik (Kp 0-2). Doch es ist wahrscheinlich, dass zu Beginn der kommenden Woche der Hochgeschwindigkeitsstrom des koronalen Lochs CH24 die Sonnenwindgeschwindigkeit auf mehr als 500 km/s erhöht. Im Ergebnis sollte die geomagnetische Aktivität auf unbeständig bis aktiv ansteigen (Kp 3-4). Ein leichter geomagnetischer Sturm der Stärke G1 (Kp 5) gilt als möglich. Der solare Flux wird bei etwa 70 SFI bleiben. Danach werden die geomagnetischen Bedingungen sich wieder beruhigen (Kp max. 2).

Tipp: Da die Störungen durch das koronale Loch CH956 abgeklungen zu sein scheinen, sind am jetzigen Wochenende besonders die Bänder von 19 bis 41 Meter DX-verdächtig - und weltweit offen.

Zum Abschluss die MUF-Werte (MHz) der Ionosonde Juliusruh (D) vom 27. März 1803 UTC (Vorwochenwerte in Klammern): 4.8 (5.6 / 200 km), 5.4 (6.3 / 600 km), 6.6 (7.9 / 1000 km), 8.7 (10.5 / 1500 km), 14.2 (17.3 / 3000 km).

73 de Tom DF5JL – mit aktuellen Infos von: NOAA, IAP Kühlungsborn, DL1VDL/DARC-HF-Referat, RSGB, Funkwetterbeobachtungsstelle Euskirchen (FWBSt EU)

Und nicht vergessen: Stellen Sie Ihre UTC-Uhr Sonntagmorgen nicht um! ;)

Link [1] https://rsgb.org/main/blog/category/news/gb2rs/propagation-news/


Aktueller Status Ausbreitungsbedingungen Kurzwelle nach Band


Aktueller Status Bandöffnungen 50 MHz und VHF

Spodardic-E 50 MHz:


Spodardic-E 144 MHz:


© http://www.gooddx.net

Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel Funkwetter einfach erklärt.

Aktuelle Messwerte DKØWCY

Herausgegeben von der Aurorabake DKØWCY. Die Bake strahlt die aktuellen Messwerte auch auf Kurzwelle aus. Sendezeiten und Frequenzen finden Sie unter www.dk0wcy.de.

© DKØWCY, mit freundlicher Genehmigung