erstellt am 02.01.2026
Highlight-Rückblick 2025 / Vorausschau 2026 / Aktuelle Lage
Das Jahr 2025 markierte einen absoluten Höhepunkt im aktuellen Sonnenfleckenzyklus 25. Da die Sonne auch in diesem Jahr ihr für 2025 prognostiziertes Maximum erreichte, war das "Funkwetter" von extremer Dynamik, zahlreichen X-Flares und beeindruckenden Polarlichtern geprägt, die weit über die Polregionen hinaus sichtbar waren. Und es endete mit einem Mega-Sonnenfleck. Aber auch in 2026 können wir mit spannenden Ereignissen rechnen.
Rückschau 2025
Das Jahr begann bereits mit einem starken G3/G4‑Geomagnetsturm, ausgelöst durch einen koronalen Massenauswurf (CME) am Silvesterabend. Am 28. März wurde ein X1.1‑Flare registriert; am 13./14. Mai folgte ein massiver X2.7‑Flare, der in Europa und Asien zu erheblichen Funkausfällen (Radio‑Blackouts) führte. G4‑Stürme am 1. Juni ermöglichten Polarlichter bis in niedrige Breiten. Anfang September (1.-2.9.) erreichte ein G3-Sturm die Erde, der erneut für eine seltene Sichtbarkeit von Aurora Borealis in Mitteleuropa sorgte.
Das wohl markanteste Ereignis fand zwischen dem 10. und 12. November 2025 statt. Auslöser war ein massiver Ausbruch der Klasse X5.1 in der aktiven Region AR4274. Die Eruption löste einen Sturm der Kategorie G4 (stark) aus. Da zwei koronale Massenauswürfe (CMEs) interagierten ("Cannibal CME"), traf die Teilchenwolke die Erde mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit. Polarlichter wurden nicht nur in Norddeutschland, sondern bis nach Österreich und sogar Florida gesichtet.
Das Jahr endete mit einer extrem großen Sonnenfleckenregion (AR 4294), die eine Fläche von über zehn Erddurchmessern einnahm und am 8. Dezember einen weiteren starken X1-Flare produzierte.
Die durchschnittliche Sonnenfleckenzahl lag das ganze Jahr über stabil über 100 und übertraf damit viele Prognosen; Forscher diskutierten aufgrund der intensiven November‑Ereignisse über ein mögliches doppeltes Maximum des Zyklus. Nach einem deutlichen Aktivitätsrückgang Mitte Dezember setzte in der zweiten Monatshälfte erneut ein Anstieg ein, sodass die Hoffnung besteht, dass die Sonnenaktivität auch 2026 relativ hoch bleiben könnte.
Vorausschau 2026
Nach dem ereignisreichen Jahr 2025 bleibt das Weltraumwetter auch im Jahr 2026 ein spannendes Thema. Wir befinden uns aktuell in der Phase des solaren Maximums, was bedeutet, dass die Sonne weiterhin eine sehr hohe Aktivität aufweist, bevor sie voraussichtlich Ende 2026 in eine langsam abklingende Phase übergeht. Die Anzahl der Sonnenflecken bleibt auf einem hohen Niveau (prognostizierte Werte zwischen 115 und 160 im geglätteten Mittel). Die Chancen für Polarlichter in mittleren Breiten (Niederlande, Belgien, Deutschland, Österreich, Schweiz) bleiben sehr hoch. Besonders um die Äquinoktien (März/April und September/Oktober) ist die Kopplung des Sonnenwinds an das Erdmagnetfeld am stärksten.
Die oberen Kurzwellenbänder (11 m, 13 m, 16 m) werden tagsüber weiterhin exzellente Fernempfangsbedingungen (DX) ermöglichen. Die Ionosphäre bleibt durch die starke UV-Strahlung der Sonne gut ionisiert. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ist auch weiterhin mit X-Flares zu rechnen. Diese können plötzliche Totalausfälle des Funkverkehrs auf der Tagseite der Erde (SID - Sudden Ionospheric Disturbance) für Minuten bis Stunden auslösen.
Die Häufigkeit koronaler Massenauswürfe (CMEs) wird statistisch leicht abnehmen, aber – und das ist wichtig – die heftigsten Stürme eines Sonnenzyklus treten oft erst in der absteigenden Flanke auf.
Die aktuelle Lage
Aufgrund mehrerer CMEs in den letzten Tagen des Jahres 2025 werden geomagnetische Störungen für die ersten Tage des Jahres 2026 erwartet, besonders um den 3. Januar, wenn zusätzlich CH‑HSS‑Einflüsse (schnelle Sonnenwinde aus koronalen Löchern) einsetzen. Ab dem 5. Januar sind wieder ruhigere Bedingungen zu erwarten; ein weiteres Sturmereignis ist um den 9. Januar möglich, ebenso für den Zeitraum 12. bis 14. Januar.

Der solare Flux (F10.7‑Index) geht in den kommenden Tagen allmählich zurück und wird voraussichtlich am Ende bei etwa 120 Einheiten liegen. Das bedeutet: Das 19‑m‑Band öffnet ungefähr um 0700 UT, das 13‑m‑Band etwa 45 Minuten später. Das 11‑m‑Band dürfte ab rund 0830 UT bis etwa 1500 UT nutzbar sein, zeigt jedoch insgesamt wechselhaftes Verhalten. Das 13‑m‑Band schließt dann gegen 1600 UT, das 19‑m‑Band gegen 1800 UT. Das 31‑m‑Band bleibt nachts weitgehend geöffnet.
Allen Kurzwellenfreunden einen störungsfreien Empfang und alles Gute für 2026. 73 de Tom, DF5JL
Mit aktuellen Informationen von DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI Belgien, IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat, FWBSt RHB / DF5JL
Credit: SILSO / Royal Observatory of Belgium







Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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