erstellt am 11.07.2026
Sommerflaute
Die letzte Woche zeigte sich sehr gemischt. Bereits am Freitagabend wurde es unruhig und am frühen Samstagmorgen zeigten sich die ersten CME-Effekte. Die Magnetometer sprangen auf einen k-Index von 6 bis 7, die Magnetstürme machten sich vor allem negativ auf den unteren Bändern bemerkbar. Erst in der Nacht auf Montag beruhigte sich das Erdmagnetfeld, die Ionosphäre erholte sich recht zügig, die MUF über Mitteleuropa stieg wieder auf Werte oberhalb von 21 MHz. Doch nicht überall standen damit auch die höheren Bänder zur Verfügung, da die sporadische E-Schicht teilweise die Signale daran hinderte, die F2-Region zu erreichen. Das machte sich dann vor allem an erhöhtem Aufkommen von Short-Skip-Verbindungen bemerkbar.
Aktuell sind die Sonnenwindgeschwindigkeiten aufgrund eines erdgerichteten, koronalen Lochs weiterhin erhöht. Ein Rückgang wird über das Wochenende erwartet. Die geomagnetische Aktivität wird voraussichtlich ruhig bis unbeständig sein, bevor Sonntag möglicherweise eine Plasmawolke eines koronalen Masseauswurfs die Erde streift. Das könnte zu aktiven bis stürmischen Phasen führen. Die Flareaktivität ist gering und wird sich kaum ändern (M30%, X10%). Der solare Flux bewegt sich weiter nach unten Richtung 100er-Marke.
Im MUF-Verlauf macht sich die Sommerflaute deutlich bemerkbar. Oberhalb von 19 Meter wird es - ansteigend mit der Frequenz - zunehmend dünner mit kräftigen DX-Signalen.
Für die nächste Woche sind größere Störungen im Moment nicht erkennbar. Die MUF sinkt nachts auf Werte knapp unter 15 MHz ab, das 19-m-Band sollte also die meiste Zeit nutzbar bleiben. Tagsüber sind 19 und 16 Meter die besten DX-Bänder, 13 Meter öffnet regelmäßig, auch oberhalb 21 MHz sind kürzere F2-Öffnungen möglich, sofern die sporadische E-Schicht das zulässt.
Etwas Hoffnung machen einem die Meteorologen der NOAA: Sie prognostizieren für die kommende Woche einen solaren Flux im Bereich von 105 bis 125 Einheiten bei einem Kp-Index von 2 bis 3.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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