fading.de, das große Portal für Rundfunkfernempfang

Ausgabe für Braille-Zeile und Screenreader.

Funkwetter & Ausbreitungsvorhersage

Aktuelle Funkwetterdaten

SN 83 SFI 152 Ak 5 K 1

Das aktuelle Funkwetter

mit Tom Kamp (DF5JL)
erstellt am 13.04.2024

Ansteigende Aktivitäten

Eine zunächst weitgehend unspektakuläre Woche liegt hinter uns, mit einer meist ruhigen bis angeregten Geomagnetik (Kp 2-3). Auch wurde in der ersten Wochenhälfte keine signifikante Sonnenaktivität beobachtet.

Das änderte sich am Donnerstag Nachmittag: Die Sonne erzeugte eine Sonneneruption mit der Stärke M5.35 (1706 UT). Die Quelle der Explosion befand sich noch hinter dem nordöstlichen Sonnenrand. Es deutete sich so bereits an: Eine aktive Region würde sich zum Wochenende in den für uns sichtbaren Teil der Sonne hineinschieben. Und damit erdgerichtet werden.

Ebenso könnte auch die alte aktive Region 3615 am südöstlichen Sonnenrand wieder sichtbar und aktiv werden wird. Sie hatte vor einigen Wochen mehrere M-Flares und einen X-Class-Ausbruch verursacht.

Wir haben es also mit der Rückkehr von Nachfolgeregionen zu zwei großen Sonnenfleckengruppen über dem östlichen Sonnenhorizont zu tun. Zeitgleich beobachten wir keine signifikanten Abgänge aktiver Regionen über dem westlichen Sonnenhorizont. Ein Anstieg des solaren Flux in den Bereich um 160 Einheiten ist daher die kommenden Tage möglich.

Aktuell gibt es auf der sichtbaren Sonnenscheibe nur fünf Sonnenfleckenregionen mit einfachen magnetischen Konfigurationen. Die Geschwindigkeit des Sonnenwindes liegt im Normalbereich. Die geomagnetischen Bedingungen sind noch meist ruhig.

Die kommenden Tage wird das Flare-Risiko leicht ansteigen (M 35%, X 01%, Proton 01%), bei zunächst meist ruhiger Geomagnetik. Am Sonntag und Montag wird eine aktive Geomagnetik erwartet, aufgrund zweier vorbeiziehender Masseauswürfe. Beide CMEs sind das Resultat von Filamenteruptionen (11/0540 UT bzw. 12/0020 UT). Dazu könnte sich schneller Sonnenwind aus einem koronalen Loch mischen. Es besteht für das Wochenende die Chance auf kleinere geomagnetische Stürme, so die US-Wetterbehörde NOAA. Die Aktivität nimmt bis Dienstag wieder ab, so dass wir danach mit einem überwiegend ruhigen Niveau rechnen können, je nach Intensität des Sonnenwindes.

Die Ausbreitungsbedingungen bleiben unverändert. Die stabilsten DX-Signale bieten die Bänder 22, 19 und 16 Meter. Auf 7, 9, 11 und 13 MHz hört man morgens laute Signale aus Südamerika. 13 und 11 Meter schwächeln hinsichtlich Interkontinental-DX aufgrund der saisonbedingten niedrigeren MUF3000.

Kleines Trostpflaster: Es wird erwartet, dass die Es-Saison bald beginnt. Meist merkt man es an lauten Short-Skip-Öffnungen auf 11 Meter in Europa. Auch das OIRT-Band ist ein guter Indikator, vorzugsweise Morgens und am späten Nachmittag. Südeuropäische Stationen genießen bereits häufige TEP-Öffnungen (TEP = Trans-Equatorial Propagation).

Bis zum nächsten Samstag, allen einen störungsfreien Empfang, 73 Tom DF5JL - mit aktuellen Infos von DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI Belgien, IAP Juliusruh, SANSA South African National Space Agency, WDC Kyoto, DL1VDL/DL8MDW/DARC-HF-Referat, FWBSt EU/DF5JL


Aktueller Status Ausbreitungsbedingungen Kurzwelle nach Band


Aktueller Status Bandöffnungen 50 MHz und VHF

Spodardic-E 50 MHz:


Spodardic-E 144 MHz:


© http://www.gooddx.net

Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel Funkwetter einfach erklärt.

Aktuelle Messwerte DKØWCY

Herausgegeben von der Aurorabake DKØWCY. Die Bake strahlt die aktuellen Messwerte auch auf Kurzwelle aus. Sendezeiten und Frequenzen finden Sie unter www.dk0wcy.de.

© DKØWCY, mit freundlicher Genehmigung