erstellt am 10.10.2026
Funkwetter Weekly 20261010 -- Hoher solarer Flux und aktive Sonnenfleckenregionen sorgen für viel Potenzial. Die entscheidende Unbekannte bleibt jedoch die geomagnetische Entwicklung.

Die zurückliegende Woche stand ganz im Zeichen einer wieder anziehenden Sonnenaktivität. Nach einer längeren Phase mit überwiegend ruhigen Bedingungen nahm die Aktivität der Sonne deutlich zu. Besonders die aktive Sonnenregion 4549 machte auf sich aufmerksam und erzeugte mehrere M-Klasse-Flares, darunter am 8. Oktober einen kräftigen M6,7-Flare. Für die Kurzwelle bedeutete dies in den meisten Tagen ordentliche bis gute Ausbreitungsbedingungen.
Aktuell befindet sich die Sonne weiterhin in einer aktiven Phase. Der solare Flux liegt um die 120 Einheiten. Die geomagnetischen Bedingungen sind derzeit noch vergleichsweise ruhig bis leicht unruhig mit Kp-Werten zwischen 1 und 3. Die MUF reicht tagsüber über weite Strecken Europas für soliden Empfang auf den klassischen DX-Bändern 19 m und 16 m, während 13 m regional und auf Nord-Süd-Strecken gute Chancen bietet.
Der Blick nach vorn verspricht Spannung. Mehrere koronale Massenauswürfe sind auf dem Weg durch das Sonnensystem, darunter Material des M6.7-Flares vom 8. Oktober. Die Vorhersagen erwarten für das Wochenende und den Wochenbeginn geomagnetische Stürme der Stärke G1, zeitweise sogar G2. Dadurch könnten sich die Ausbreitungsbedingungen kurzfristig deutlich verschlechtern, insbesondere auf polaren und subpolaren Funklinien. Gleichzeitig steigen bei solchen Ereignissen die Chancen auf Aurora, interessante Effekte und ungewöhnliche Ausbreitungspfade.
Für die kommende Woche ist insgesamt von einem weiterhin erhöhten solaren Aktivitätsniveau auszugehen. Solange der solare Flux oberhalb von 120 bleibt, sind regelmäßige Öffnungen auf 19 m, 16 m und 13 m wahrscheinlich. Entscheidend wird jedoch sein, wie stark die angekündigten CME-Treffer das Erdmagnetfeld beeinträchtigen. Bei nur schwachen geomagnetischen Störungen könnte sich insbesondere das 13 mB als Überraschungskandidat für DX-Verbindungen erweisen.
Kurz gesagt: Die Sonne zeigt wieder Leben. Gute DX-Chancen und erhöhte Magnetsturmgefahr gehen derzeit Hand in Hand. Wer die nächsten Tage aufmerksam beobachtet, könnte sowohl auf den klassischen Kurzwellenbändern als auch am Himmel über Mitteleuropa interessante Überraschungen erleben.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA Hermanus (Südafrika), WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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