erstellt am 14.03.2026
Tagundnachtgleiche und sommerliche Bedingungen
In der vergangenen Woche sank der solare Fluxindex von 135 auf 120 Einheiten. Die maximal nutzbare Frequenz (MUF) für eine Sprungdistanz von 3000 km sank insgesamt und hatte teils Mühe, auf Werte oberhalb von 30 MHz zu steigen.
Insgesamt ist die Sonnenaktivität gering bis schwach moderat gewesen. Freitagvormittag kam es zum einzigen M-Flare der letzten Woche, ein M1.19 gegen 0945 UTC. Die Bedingungen auf den Kurzwellenbändern waren meist brauchbar bis gut.

Derzeit sind auf der der Erde zugewandten Sonnenseite sechs Sonnenfleckenregionen zu beobachten. Die größte und komplexeste ist eine bipolare Gruppe nahe dem westlichen Rand, die in den letzten Stunden eine leichte Weiterentwicklung gezeigt hat. Die übrigen Gebiete sind im Allgemeinen klein, magnetisch einfach und entweder stabil oder weisen in den letzten Stunden einen leichten Rückgang auf.
Das Eintreffen eines schnelleren Sonnenwindstroms aus einem schmalen, koronalen Loch führt seit Freitag zu einem stetigen Anstieg der Windgeschwindigkeiten bis auf 650–700 km/s am Samstagmorgen. Die Nord-Süd-Komponente Bz drehte immer mal wieder südwärts, wodurch die Geomagnetik bereits am Freitagvormittag leicht stürmisch war (G1 / Kp 5) und am Abend eine Stärke von G2 (Kp 6) erreichte.
Für die nächsten Tage wird allgemein eine geringe Sonnenaktivität erwartet, wobei jedoch weiterhin vereinzelte moderate Sonneneruptionen auftreten können. Und auch der Einfluss des schnellen Windes aus dem schmalen koronalen Loch wird über das Wochenende allmählich abnehmen. So dass zu Wochenbeginn meist eine unruhige bis aktive geomagnetische Aktivität (Kp 2–4) das Funkwetter beeinflussen wird.
Der solare Fluxindex befindet sich jedoch weiter im Abwärtstrend, so dass wir mit Werten knapp oberhalb der 100er-Marke rechnen müssen. Infolge dessen werden 16/13 Meter die empfohlenen DX-Bänder tagsüber sein, zumal auch die sich saisonal langsam verändernde Chemie der Ionosphäre zwar zu längeren Öffnungen der oberen Bänder führen wird, aber auch zu einen abnehmenden MUF-Niveau - den bekannten Sommerbedingungen.
Noch wird uns 11 Meter aber begleiten, bevor im April die Ausbreitung über die F2-Region endet und Sporadic E das Band zu neuem Leben erwecken wird.
Die höchste nutzbare Frequenz wird mittags für die West-Ost-Wege um 30 MHz liegen, nach Süden hin einige MHz höher. Nachts wird die MUF erst in der zweiten Nachhälfte unter 10 MHz absinken, wenn überhaupt; 31 Meter bleibt also weitgehend offen. Hier macht sich der Einfluß der jetzt schnell zunehmenden Tageslänge schon deutlich bemerkbar.
Nächsten Freitag ist Tagundnachtgleiche und damit astronomischer Frühjahrsbeginn. Am 20. März um 1445 UTC steht die Sonne senkrecht über dem Äquator, an jedem Punkt der Erde mit Ausnahme der Pole ist es jeweils 12 Stunden hell und dunkel - die Gelegenheit für Greyline DX, vor allem auf 75, 49 und 41 Meter. Die andere Erdseite lässt grüßen.
Allen Kurzwellenfreunden einen störungsfreien Empfang, 73 de Tom, DF5JL vom HF-Referat des DARC / FWBSt RHB.
Mit aktuellen Informationen von DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI Belgien, IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat. (Grafik: SpaceWeatherLive.com)






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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