erstellt am 24.07.2026
Wechselhafte Bedingungen
Die ionosphärischen Bedingungen der letzten Woche waren überwiegend ruhig und stabil, mit moderatem solaren Flux und nur wenigen Störungen. Die MUF lag über Nord- und Mitteleuropa meist bei 17–22 MHz, an einzelnen Tagen wurden über dem Mittelmeer Werte von 28 MHz+ erreicht. Es kam zu regelmäßiger Sporadic‑E‑Aktivität, die besonders in Mitteleuropa für gute DX‑Möglichkeiten sorgte.

Der solare Fluxindex ist in der vergangenen Woche gestiegen und lag in der zweiten Wochenhälfte teils bei 150. Zur Wochenmitte begann es jedoch auch im Erdmagnetfeld unruhiger zu werden, am Donnerstag erreichte die Geomagnetik Sturmniveau. Verursacher waren ein koronaler Masseauswurf vom Sonntag (19.7.) und ein koronales Loch. Die MUF kam infolge dessen kaum noch über 20 MHz hinaus.
Für die nächsten Tage ist ein solarer Flux von 145 bis 155 Einheiten wahrscheinlich, in der zweiten Wochenhälfte soll es steil runter gehen, bis 110 Einheiten. Das Flarerisiko ist aktuell gering bis moderat. Die Geomagnetik bleibt zunächst überwiegend ruhig, Richtung Monatsende könnte es noch einmal anziehen.
Die Bedingungen für die ionosphärische Funkausbreitung bleiben daher zunächst wechselhaft, doch es wird immer wieder mal zu günstigen DX-Bedingungen kommen. Die globalen F2-DX-Pfade sind aber auf 11 m weiterhin typisch sommerlich schwach.
Allerdings ist Hochsaison für Sporadic-E (Es): Tagsüber und am frühen Abend sind sehr starke Europa-Signale (300 bis 2.000 km) garantiert. 13/16 m zeigen tagsüber mäßige bis gute Bedingungen. DX ist vor allem in Richtung Süden (Afrika, Südamerika) verlässlich. 19/25/31 m sind die Arbeitspferde; 19 m bleibt oft bis weit in die Nacht hinein für weltweite DX-Pfade offen, 31 m (und 41 m) öffnet sich in den Abend- und Nachtstunden zuverlässig für interkontinentale Pfade. Die unteren Bänder (49/60/75 m) sind stark geprägt durch die Sommersaison: Tagsüber macht die D-Schicht die Bänder dicht. Nachts sind zwar vor allem innereuropäische Verbindungen möglich, allerdings muss mit erhöhtem statischen Rauschen (QRN) durch Sommergewitter gerechnet werden.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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