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Funkwetter & Ausbreitungsvorhersage

Das aktuelle Funkwetter

mit Tom Kamp (DF5JL)
erstellt am 18.11.2017

Schnelle Sonnenwindströme und ein vermeintlicher "Hack" eines nordkoreanischen Senders

In der vergangenen Woche waren die geomagnetischen Bedingungen anfangs sehr gemäßigt, dann, am ➡Mittwoch in der Früh, erreichte uns ein schwacher geomagnetischer Sturm der Kategorie G1 (Kp = 5). Ursache war ein Sonnenwindstrom, der an der Erde vorbeizog, aber dennoch etwas am Erdmagnetfeld rüttelte. Auch am Folgetag waren dessen Auswirkungen noch leicht zu spüren, dennoch überstiegen die MUF-Werte über Entfernungen von 3000 km regelmäßig tagsüber die 21-MHz-Marke - typisch für herbstliche Kurzwellenbedingungen.

Am jetzigen Wochenende werden die Bedingungen wechselhaft sein, gegen Samstag Abend muss mit angehobenem Sonnenwind aus einem koronalen Loch gerechnet werden, dessen negative Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld und damit auf die unteren KW-Bänder aber gemäßigt sein werden. Eigentlich war dieser Sonnenwindstrom schon früher prognostiziert gewesen, aber wie es vergleichbar mit Windböen so ist, deren Geschwindigkeit ist variabel und damit nur schwer exakt zu berechnen.

In der kommenden Woche sieht es für die Kurzwellen-DXer nicht so rosig aus, vom 20. bis 22. November wird ein weiterer schneller Sonnenwindstrom aus einem koronalen Loch das Funkwetter beeinflussen. Und da dieses sehr erdgerichtet ist (das Loch liegt direkt am Sonnenäquator), muss mit einem deutlichen Anstieg des K-Index gerechnet werden.

Das Gute ist, dass auch bei gestörter Magnetik zwischenzeitlich immer mit guten Bedingungen gerechnet werden kann, vor allem auf den Bändern zwischen 49 und 31 Meter gibt es immer wieder positive Überraschungen. So erschien am 12.11. die VOA mit einem Signal aus dem Pazifik spätnachmittags auf 5840 kHz (Tiniang) und am 14.11. Radio Thailand aus Idon Thani abends in Ortssenderqualität auf 9390 kHz.

Zwei weitere Ereignisse der vergangenen Woche verdienen, hier kurz erwähnt zu werden. Zum einen sendete CRI am 12.11. in Überbreite auf 11880 kHz (15 kHz breit - engl., Sender Kashi-Saibagh) und 11920 kHz (20 kHz breit - franz. , Sender Cerrik, Albanien). Zum anderen erschien in der Epoch Times ein ➡Artikel, in dem ein in den USA berühmter Hacker mit der Meldung provozierte, dass es offensichtlich jemandem gelungen sei, das Signal von PBS Pyongyang (Nordkorea) auf 6400 kHz zu hacken. Zum Beweis wurde eine Tonaufzeichnung ins Internet gestellt, auf der "The Final Countdown" der schwedischen 80er-Jahre-Band "Europe" zu hören ist. Die Schwarmintelligenz der A-DX-Liste ergab schnell den Hinweis, das "Radio Nova" aus Irland vermutlich die Quelle dieser Aussendung sei. Eine Überprüfung mit der Ausbreitungssoftware VOACAP stärkt diese Vermutung. Insofern ist es nicht verkehrt, bei fragwürdigen Aussagen sich die Ausbreitungsbedingungen zwischen Sender und Empfänger näher anzusehen. Das geht übrigens schnell auch webbasiert: ➡VOACAP Online P2P.


Allgemeine Lage

Wir befinden uns im ausklingenden 24. solaren Zyklus.

Der 24. Zyklus begann im Januar 2008 und erreichte mit einer Sonnenfleckenrelativzahl von 102 im Februar 2014 seinen Höhepunkt. Seitdem nimmt der Zyklus wieder ab. Das Sonnenfleckenminimum wird um die Jahre 2020/2021 erwartet.


Aktuelle Mittelwerte

Sonnenfleckenrelativzahl R = 20 (zunehmend)
solarer Flux F = 79 (stabil)

Aktuelle Messwerte

Herausgegeben von der Aurorabake DK0WCY. Die Bake strahlt die aktuellen Messwerte auch auf Kurzwelle aus. Sendezeiten und Frequenzen finden Sie unter www.dk0wcy.de.

© DK0WCY, mit freundlicher Genehmigung


Aktueller Status Ausbreitungsbedingungen Kurzwelle nach Band


Aktueller Status Bandöffnungen 50 MHz und VHF

Spodardic-E 50 MHz:


Spodardic-E 144 MHz:


© http://www.gooddx.net

Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel Funkwetter einfach erklärt.