erstellt am 09.05.2026
Unnummerierte Sonnenfleckregion - kehrt sie den Trend um?
Die vergangene Woche startete mit der Ankunft eines Masseauswurfs. Die Folge war eine 12-stündige stürmische Phase. Diese drückte die MUF bis zum Mittwoch deutlich nach unten, streckenweise reichte es nicht mal mehr für das 15-m-Band. Der Magnetsturm hatte derart viele freie Elektronen abfließen lassen, dass der anschließende Wiederaufbau der Ionosphäre mehrere Tage erforderte. Das Erdmagnetfeld war ansonsten an den übrigen Tagen weitgehend ruhig.
Lagen am 1. Mai der solare Flux bzw. die Sonnenfleckenrelativzahl noch bei 145 bzw. 158 Einheiten, fielen diese auf 120 bzw. 75 zurück. Denn einige aktive Regionen sind durch die Sonnenrotation auf deren Rückseite gewandert. Doch ein großer und aktiver Sonnenfleck, der sich noch hinter dem nordöstlichen Rand der Sonne versteckt, wird an diesem Wochenende ins Blickfeld rücken. Eine kräftige Sonneneruption aus dieser Region, die am Donnerstag mit M2 gemessen wurde, dürfte deutlich heftiger gewesen sein. Der noch unnummerierte Sonnenfleck hat allein in den letzten Tagen mindestens fünf koronale Masseauswürfe (CMEs) hervorgebracht. Sollte sich diese Aktivität fortsetzen, dürfte es mit dem Flux wieder nach oben gehen. Bis dahin sollte er sich um die 120 Einheiten bewegen.

Einige Koronagraphenaufnahmen zeigen einen schwachen koronalen Masseauswurf. Analysen deuten darauf hin, dass diese CME am Wochenende dicht unterhalb der Erdumlaufbahn vorbeizieht. Ein leichter "Streifschuss" ist aber nicht ausgeschlossen, was die Vorhersage der geomagnetischen Aktivität erschwert. Es dürfte zunächst ruhig bis unbeständig sein (Kp 1–3), mit einer geringen Wahrscheinlichkeit für aktive bis leicht stürmische Intervalle (Kp 4-5).
Die besten Ausbreitungsbedingungen finden wir tagsüber von 19 bis 13 Meter vor, 11 Meter öffnet zeitweise, mit abgeschwächten Signalen. 19 Meter bleibt die erste Nachthälfte meist nutzbar, in der zweiten Nachthälfte ist dann 31 Meter das höchste offene Band.
In der ersten Maiwoche gab es mehrere Sporadic-E-Öffnungen auf 11 Meter und im unteren VHF-Bereich, sogar Multihops wurden beobachtet. Es lohnt sich also, auf Shortskip via sporadischer E-Schicht zu achten, auch wenn die MUF-Verlaufskurve kein DX verspricht.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







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