erstellt am 28.03.2026
Wechselhafte Aussichten
Das letzte Wochenende verlief – wie erwartet – geomagnetisch stürmisch. Die Plasmawolken dreier koronaler Massenauswürfe ließen den planetaren Kp‑Index jeweils auf 6 bis 7 ansteigen. Zuvor war die Sonnenaktivität bereits stark abgefallen: Am Freitag war die Sonnenscheibe praktisch leer, nicht einmal ein C‑Flare wurde registriert.
Wenig Sonnenaktivität bei starker Geomagnetik? Das klingt widersprüchlich, ist in der Abschwungphase des 11‑Jahres‑Zyklus jedoch nicht ungewöhnlich. Es treten weniger aktive, komplexe Regionen auf, die Aktivität wird wechselhafter.

Das stürmische Wochenende und die nur langsam abklingende Unruhe hinterließen deutliche Spuren in der Ionosphäre. Das 13‑m‑Band öffnete sich bis Dienstag nur sehr schlecht; ab Mittwoch verbesserten sich die Bedingungen, und erst am Freitag gab es wieder erste Öffnungen auf dem 11‑m‑Band. Da die Tagundnachtgleiche nun vorbei ist und sich die Ionosphären‑Chemie rasch auf Sommer umstellt, dürften 11‑Meter‑Öffnungen in den kommenden Monaten seltener werden und erst im September wieder verlässlicher für interkontinentales DX zur Verfügung stehen. Immerhin sind in den Sommermonaten zahlreiche Sporadic‑E‑Öffnungen zu erwarten.
Während die Sonnenoberfläche Anfang der Woche noch nahezu blank war, zeigten sich am Samstagmorgen auf der zur Erde gerichteten Sonnenseite bis zu acht Sonnenfleckenregionen. Aufgrund ihrer vergleichsweise einfachen Struktur bleibt die Sonnenaktivität insgesamt gering; vereinzelte Röntgenstrahlungsausbrüche der Klasse M ("M‑Flares") sind jedoch weiterhin möglich.
Die aktuelle Entwicklung, die wir relativ kurz nach dem Höhepunkt des 11-Jahres-Zyklus beobachten, macht eine zuverlässige, mittelfristige Vorhersage des Funkwettergeschehens schwierig. Der solare Flux dürfte nächste Woche im Bereich von um die 150 Einheiten liegen, der Korridor liegt zwischen 130 bis 170 Einheiten. Ein kleines koronales Loch wird von Sonntag bis Dienstag etwas Unruhe ins Erdmagnetfeld bringen; danach ist tendenziell ruhigere geomagnetische Aktivität zu erwarten, kurze aktive Phasen bleiben aber möglich.
Es öffnen alle Bänder, 11 Meter allerdings nur zeitweise. 19 Meter bleibt ab und an schon wieder bis Mitternacht Lokalzeit offen, nachts darf an den magnetisch ruhigeren Tagen durchgängig mit dem 31-m-Band gerechnet werden. 49/60/75 Meter sind stark von der geomagnetischen Aktivität abhängig, je niedriger der Kp-Index, desto besser ist es für DX-Verkehr. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass auch das lokale Wetter mitspielt: Das Gewitterrisiko ist in der ersten Aprilwoche in diesem Jahr deutlich erhöht, wobei es sich um das typische, unbeständige „Aprilwetter“ und nicht um klassische Sommergewitter handelt.
An diesem Wochenende, vom 28. auf den 29. März 2026, werden die Uhren um 02:00 MEZ auf 03:00 MESZ vorgestellt, um die Sommerzeit einzuführen. In den USA ist die Umstellung bereits erfolgt. Die USA stellen die Uhren traditionell am zweiten Sonntag im März um. Das bedeutet, dass der Zeitunterschied zwischen Europa und den USA in den letzten drei Wochen vorübergehend um eine Stunde geringer war als üblich. Ab Sonntag pendelt sich das wieder auf das normale Maß ein. Übrigens: UTC-Uhren sind von der Umstellung ausgenommen ;)

Allen Kurzwellenfreunden einen störungsfreien Empfang, 73 de Tom, DF5JL vom HF-Referat des DARC / FWBSt RHB.
Mit aktuellen Informationen von DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI Belgien, IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat. (Credit: Daniel FR, Plenz - Original by Daniel FR, SVG by Plenz, gemeinfrei / Wikipedia)






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







Diskutieren Sie zu unseren Themen mit. Auf Facebook.
Diese Seite auf dem Smartphone weiterlesen. Hier Code scannen.
Lesen Sie FADINGupdate - das Rundfunk-Magazin.