erstellt am 08.08.2026
Die vergangenen sieben Tage boten ein wechselhaftes und spannendes Bild auf der Kurzwelle. Die Spanne reichte von einem unerwarteten Höchststand des Solar Flux Index (SFI) bis hin zu einer vorübergehenden geomagnetischen Störung durch einen koronalen Masseauswurf (CME). Die Sonne war ruhig, mit langsam sinkender Aktivität – typisch für eine Sommerphase im absteigenden Zyklus.

Im Detail: Ende Juli kletterte der solare Flux überraschend über die Marke von 150 Einheiten. Das verlieh den Bändern 16 m, 13 m und zeitweise 11 m einen ordentlichen Schub und ermöglichte Fernempfang über die F2-Region.
Am Sonntag traf dann die Plasmawolke eines koronalen Masseauswurfs (CME) die Erde. Dies löste einen G2-Geomagnetsturm (Kp 6) aus. Insbesondere auf Polarrouten brachen die Kurzwellen-Signale zeitweise stark ein. Die obere Grenzfrequenz sank kurzzeitig ab, was höhere Bänder rasch taub werden ließ. Die Ionosphäre erholte sich nach dem Vorbeizug der CME-Ausläufer schnell. Und seit Dienstag verhielt sich auch das Erdmagnetfeld wieder sehr ruhig, mit Kp-Werten von 0 bis 3. Der solare Fluxindex ging zwar leicht auf Werte um 110–125 Einheiten zurück, doch blieb es bei verlässlichen Bedingungen vor allem auf den mittleren Bändern.
Auf 11 m dominierten wieder typische sommerliche Sporadic-E-Lagen mit extrem starken, aber kurzzeitigen Signalen innerhalb Europas. Insgesamt war die Ionosphäre ab Donnerstag stabil, mit brauchbaren MUF‑Werten für 19 m und gelegentlich für 16/13 m.
Der Blick auf die kommenden Tage lässt ein weiterhin ruhiges bis leicht unbeständiges geomagnetisches Umfeld bei moderater solarer Aktivität erwarten. Der solare Flux wird sich zwischen 100 und 125 Einheiten bewegen, in der Tendenz ansteigend. Die geomagnetische Aktivität bewegt sich überwiegend im Kp-Bereich von 1 bis 3. Damit bleibt die Grenzfrequenz der F2-Schicht recht stabil, ohne dass es zu den gefürchteten sturmbedingten MUF-Einbrüchen kommt. Auch ist das Risiko für M-Flares gering bis moderat, weshalb plötzliche Mögel-Dellinger-Effekte nur vereinzelt zu erwarten sind.
Damit ist und bleibt 19 m das verlässliche Allround-Band. Es öffnet früh am Morgen, bleibt den ganzen Tag stabil für weltweiten DX-Empfang offen - und das oft bis tief in die Nacht hinein.
13 m öffnet tagsüber zeitweise für DX über die F2-Schicht, insbesondere Richtung Afrika, Südamerika und Indischer Ozean. Die reguläre F2-Ausbreitung ist sommerbedingt auf 11 m eher verhalten. Für kürzere Distanzen bieten am Tag 49 und 41 m hervorragende NVIS-Bedingungen (Near Vertical Incidence Skywave / Steilstrahlung) innerhalb Mitteleuropas (bis ca. 500–800 km); sowie nachts Richtung Übersee (80-40 m). Jedoch ist vor allem auf 75 m mit erhöhtem statischem Rauschen durch Gewitteraktivität (QRN) zu rechnen.
Allen Kurzwellenfreunden wünsche ich einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom, DF5JL, vom HF‑Referat des DARC / FWBSt RHB.
Quellen: DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI (Belgien), IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat.






Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel 







Diskutieren Sie zu unseren Themen mit. Auf Facebook.
Diese Seite auf dem Smartphone weiterlesen. Hier Code scannen.
Lesen Sie FADINGupdate - das Rundfunk-Magazin.