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Funkwetter & Ausbreitungsvorhersage

Aktuelle Durchschnittswerte

SN 0 SFI 66 Ak 9 K 1

Das aktuelle Funkwetter

mit Tom Kamp (DF5JL)
erstellt am 19.10.2019

Die Aussichten: unbeständig.

Keine Sonnenflecken, der solare Fluxindex (auch: solarer Radiofluss) bei 66 Einheiten - es gibt bereits die ersten Anfragen per Mail, ob die Sonne kaputt sei. Nein, alles normal, wir nennen den Zustand Sonnenfleckenminimum. Und er kommt etwa alle elf Jahre vor.

Gemessen wird der solare Radiofluss bei 10,7 cm (2800 MHz), und zwar kontinuierlich seit 1947 in Kanada, zuerst in Ottawa, Ontario, und dann am Penticton Radio Observatorium in British Columbia, Kanada. Im Gegensatz zu vielen anderen Solarindizes kann der "Radiofluss F10.7" bei allen Wetterlagen zuverlässig von der Erdoberfläche aus gemessen werden. In "Solarflusseinheiten" (s.f.u.) oder als "solarer Radioflux Index" (SFI) angegeben, kann der Wert im Laufe eines Sonnenzyklus von unter 50 s.f.u. bis über 300 s.f.u. variieren. Er ist ein ausgezeichneter Indikator für die Sonnenaktivität. Die Radioemission F10.7 entsteht hoch in der Chromosphäre und niedrig in der Korona der Sonnenatmosphäre. Die F10.7 korreliert gut mit der Sonnenfleckenzahl sowie einer Reihe von Ultraviolett- (UV) und sichtbaren Sonneneinstrahlungsaufzeichnungen und hat sich von daher bei der Vorhersage des Weltraumwetters als sehr wertvoll erwiesen.

Die gute Nachricht ist, dass die geomagnetischen Bedingungen zurzeit recht ausgeglichen sind. Und die maximal nutzbaren Frequenzen über einen 3000 km langen Weg nun regelmäßig die 21-MHz-Marke überschreiten und manchmal bis 24 MHz reichen - ein klares Indiz für herbstliche Ausbreitungsmöglichkeiten, wenn sich auch die Ionosphäre langsam abkühlt.

Für die kommende Woche prognostiziert die US-Wetterbehörde NOAA, dass die Sonne weiterhin fleckenlos bleiben wird, bei einem solaren Fluxindex von 68. Allerdings drehte sich am Freitag ein großes koronales Loch in Richtung Erde. Möglich ist, dass wir an diesem Wochenende unbeständige geomagnetische Bedingungen bekommen (Kp >3). Das würde zu verrauschten Bändern führen und die maximal nutzbaren Frequenzen absenken.

Die NOAA prognostiziert eine weitere Störung vom 24. bis 27. Oktober aufgrund eines koronalen Lochs, das nach einer 27-tägigen Sonnenrotation wieder in Sichtweite kommt. Ansonsten werden die DX-Bedingungen auf den unteren Bändern brauchbar bis gut sein.

Zum Abschluss die MUF-Werte (MHz) der Ionosonde Juliusruh (D) vom 18. Oktober 1703 UTC (Vorwochenwerte in Klammern): 4.6 (4.7 / 200 km), 5.2 (5.3/ 600 km), 6.4 (6.5 / 1000 km), 8.5 (8.6 / 1500 km), 13.8 (14.0 / 3000 km).

Wünsche allen einen störungsfreien Empfang. 73 de Tom DF5JL – mit aktuellen Infos von: NOAA, USAF, IAP Kühlungsborn, DARC HF-Referat, Funkwetterbeobachtungsstelle Euskirchen (FWBSt EU)


Aktueller Status Ausbreitungsbedingungen Kurzwelle nach Band


Aktueller Status Bandöffnungen 50 MHz und VHF

Spodardic-E 50 MHz:


Spodardic-E 144 MHz:


© http://www.gooddx.net

Weiterführende, anschauliche Erklärungen zu den hier verwandten Begriffen und deren Möglichkeiten der Interpretation finden Sie im Kapitel Funkwetter einfach erklärt.

Aktuelle Messwerte DKØWCY

Herausgegeben von der Aurorabake DKØWCY. Die Bake strahlt die aktuellen Messwerte auch auf Kurzwelle aus. Sendezeiten und Frequenzen finden Sie unter www.dk0wcy.de.

© DKØWCY, mit freundlicher Genehmigung