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Deutschlandrundspruch des DARC

Aktuelle Ausgabe

Nachstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe des Deutschlandrundspruchs des Deutschen Amateur Radio Clubs e.V. (DARC). Diese Publikation erfolgt mit freundlicher Genehmigung des DARC e.V.

Weitere Informationen zum Verband finden Sie auf der Website des DARC. Für den Inhalt ist allein der DARC verantwortlich.

Live-Sendung

Der DARC strahlt den Rundspruch an jedem Donnerstag um 1730 UTC auf 3.777 kHz in LSB aus.

17.08.2017

Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,

Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 33 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 33. Kalenderwoche 2017. Diesmal haben wir Meldungen zu folgenden Themen:

– Neue Frequenzen für WSPR, JT65, JT9 und FT8 geplant
– Erstverbindungen auf 24, 47, 76 und 122 GHz sowie 660 nm am Ärmelkanal
– Erfolgreicher ARISS-Kontakt mit YOTA-2017-Camp
– DK3JB von Funk-Fahrradreise zurückgekehrt
– Regelmäßige DL-weite C4FM-Runde auf Nord-Ostsee-Link
– Aktuelle Conteste
– Was gibt es Neues vom Funkwetter?

Hier die Meldungen:

Neue Frequenzen für WSPR, JT65, JT9 und FT8 geplant
Seit einigen Wochen ist eine neue Vorversion der WSJT-X-Software verfügbar [1]. Wenn man sich dort die voreingestellten Frequenzen ansieht, fällt auf, dass es einige Abweichungen zu den derzeit verwendeten Frequenzen gibt. Dies gilt für die Übertragungsmodi WSPR, JT65, JT9 und dem neuen und populären Digimode FT8. Das betrifft vorrangig die Belegungen im 160-m- und 80-m-Band. Hier die Änderungen: WSPR – derzeit 3592,6 kHz, neu: 3572,6 kHz; JT65 – derzeit 3576 kHz, neu: 3570 kHz; JT9 - derzeit 1840 kHz, neu: 1839 kHz sowie derzeit 3578 kHz, neu: 3572 kHz.
Neu sind auch die folgenden FT8-Frequenzen: 1840, 3573, 7074, 10136, 14074, 18100, 21074, 24915 und 28074 kHz.
Mit diesen mit der geplanten Einführung von WSJT-X v1.8 beabsichtigen Änderungen soll es u.a. japanischen Funkamateuren ermöglicht werden, am weltweiten Funkverkehr in den oben genannten Modi teilzuhaben. Lange Zeit hatten die japanischen Funkfreunde diese Möglichkeit nicht aufgrund von dortigen Bandplanbeschränkungen.

Obwohl die jüngste WSJT-X-Beta-Version die neuen Frequenzen anzeigt, sollten bis zur Veröffentlichung der endgültigen Version 1.8.0 die „alten“, also bisher gültigen Frequenzen weiter benutzt werden. Wann dies so weit ist, lässt sich den jeweiligen Amateurfunkmedien entnehmen.
Abschließend noch ein Hinweis: Bei Digimodes werden als Frequenzen immer die sog. „Dial Frequencies“ angegeben. Gesendet wird in USB, die Angabe entspricht also der unterdrückten Trägerfrequenz. Bei WSPR z.B. liegen die von der Software/Soundcard erzeugten Töne bei USB-Betrieb 1400...1600 Hz höher, gesendet wird also de facto bei einer „Dial Frequency“ von 3572,6 kHz auf 3574,0 - 3574,2 kHz. Darüber informiert Tom Kamp, DF5JL, vom DARC HF-Referat.

Erstverbindungen auf 24, 47, 76 und 122 GHz sowie 660 nm am Ärmelkanal
Nachdem die mm-Wellen-DXpedition an der Ostsee im Jahr 2016 den Beteiligten viel Freude bereitet hat, wurde für dieses Jahr eine ähnliche Aktion geplant: Am Ärmelkanal sollten die DXCC-Gebiete auf allen Bändern von 10 GHz bis 122 GHz sowie auf 660 nm (Rot-Licht-LED) aktiviert werden. Von den angesprochenen DL-Funkamateuren, welche auf diesen Bändern aktiv sind, haben folgende OMs an dieser DXpedition teilgenommen: Michael, DB6NT; Henning, DF9IC; Hartmut, DG2DWL; Gert, DG8EB; Roland, DK4RC; Matthias, DK5NJ, und Norbert, DL4DTU.

Der DV Thüringen (X) Roland Becker, DK4RC, schreibt in seinem DXpedtionsbericht: „Aktiviert wurden folgende Gebiete: West-Belgien, Süd-England, Nordwest-Frankreich sowie die Inseln Guernsey und Jersey. Von diesen Standorten aus kamen mehr als 100 QSOs, verteilt auf allen Frequenzen von 10 GHz bis 122 GHz, zustande. Geglückt sind auch mehrere Verbindungen auf 660 nm. Einige Funkverbindungen, speziell die auf 47 GHz, 76 GHz, 122 GHz und 660 nm, sind sicherlich Erstverbindungen zwischen diesen Ländern. Wir verwendeten überwiegend die bewährte Stationstechnik wie im vergangenen Jahr (siehe CQ-DL 11/16, S.49). Auf 122 GHz haben wir jedoch neu aufgebaute Transverter mit Subharmonic-Mixer eingesetzt. Diese sind auf der Empfangsseite etwa 10 dB empfindlicher als die altbewährte Technik mit Oberwellenmischern. Der Spiegel der 122-GHz-Station, welchen ich auf Guernsey benutzte, war ein sehr kleiner Präzisionsspiegel mit lediglich 20 cm Durchmesser. Michael verwendete auf Jersey einen Spiegel mit 30 cm Durchmesser, Gert in Frankreich einen Spiegel mit ca. 60 cm Durchmesser. Damit konnten wir bei mehreren QSOs auf 122 GHz gegenseitig Signalrapporte von S2 austauschen. In diesem Jahr hatten wir auch die vorhandene Gerätetechnik für 660 nm mitgenommen und erfolgreich eingesetzt.

Zwischen folgenden DXCC-Gebieten sind uns Funkverbindungen gelungen, diese auf fast allen genannten Frequenzbereichen: zwischen Belgien und England, Frankreich und England, England und Guernsey, Frankreich und Guernsey, Frankreich und Jersey sowie zwischen den Inseln Guernsey und Jersey. Unsere erste Funkverbindung zwischen Belgien und England fand am 3.8.2017, 1105 UTC statt, das letzte QSO dieser DXpedition zwischen Guernsey und England am 9.8.2017, 1045 UTC.

Obwohl auch in diesem Jahr das Wetter nicht optimal war, mit sehr viel Wind und ab und zu Regen, einer unruhigen See und keinerlei Inversionen, haben wir nahezu alle geplanten Verbindungen realisieren können. Auch diesmal waren die Signalstärken oftmals bei S9+. Am 9.8.2017 konnte ich zum Beispiel von Guernsey aus Stationen aus England (IO91, IO80) mit S9+ problemlos in SSB und FM arbeiten. Von Guernsey nach Frankreich, von Jersey nach Frankreich und von Jersey nach Guernsey konnten wir bei allen Verbindungen von 10 GHz bis 76 GHz sowie auf 660 nm Signalstärken von S9 bestätigen. Erschwerend war jedoch die Tatsache, dass auf den Inseln Jersey und Guernsey, speziell an den abgelegenen Standorten, welche wir für unsere Versuche aufsuchen mussten, nahezu kein mobiles Internet nutzbar war. Sicherlich wären bei einem stabilen Zugang zum KST-Chat weitere schöne Funkverbindungen möglich gewesen.“

Erfolgreicher ARISS-Kontakt mit YOTA-2017-Camp
Junge Funkamateure haben bei einer Youngsters on the Air (YOTA)-Veranstaltung in Gilwell Park in der Nähe von London den Astronauten Paolo Nespoli, IZØJPA, auf der Internationalen Raumstation ISS kontaktiert.
Der erste Kontakt fand statt, als die ISS am Dienstag, dem 8. August, um 18:37 Uhr GMT in Reichweite kam. Dabei wurde die HamTV-DATV-Übertragung auf 2395 MHz erfolgreich aufgenommen und die Teilnehmer konnten IZØJPA live im Columbus-Modul der ISS beobachten. Nespoli, der mit dem Rufzeichen NA1SS auf 145,800 MHz sendete, konnte die Übertragung der YOTA-Station GB4YOTA empfangen, aber es schien ein Problem mit dem Ericsson-Transceiver auf der ISS zu geben, wodurch die Sprachübertragung gestört war.
Die zweite Sitzung fand während des nächsten Orbitaldurchgangs um 20:15 GMT statt. Für diese Sitzung betrieb Nespoli die Amateurfunkstation mit einem Kenwood TM-D710-Transceiver im russischen Service-Modul.

DK3JB von Funk-Fahrradreise zurückgekehrt
Hans-Gerhard Maiwald, DK3JB, ist von seiner Funk-Fahrradreise an den Bodensee sowie einer zusätzlich angesetzten Weiterfahrt nach Längenfeld im Ötztal wohlbehalten zurückgekehrt. Bis dahin hatte er einschließlich der Pendelfahrten in Friedrichshafen rund 920 km zurückgelegt. Während dieser anstrengenden Mammut-Tour, die ihm einiges abverlangte, testete er den Kenwood-Transceiver TH-D74 am Fahrradlenker und war dabei über längere Strecken auch in APRS zu sehen. Das zugehörige Nackenbügel-Headset muss allerdings noch modifiziert werden. Lediglich in den engen Alpentälern klappten die Kontakte wegen der Abschattungen durch die Berge nicht mehr so wie gewünscht. Enttäuscht ist er über das aus den Tälern des Ötztals einzig zu nutzende FM-Relais, OE7XGI, auf dem Wurmkogel, wo er trotz zahlreicher CQ-Rufe keine einzige Antwort erhielt. Soweit Verbindungen z.B. über die Zugspitz-Relais sporadisch möglich waren, kamen auch dort kaum Gespräche zustande. „Das soziale Verhalten der Funkamateure auf den Relais sollte besser sein“, sagt er. DK3JB empfiehlt eine gleichmäßige Ausstattung der Amateurfunk-Relais mit allen digitalen Betriebsarten und hofft, dass auch ein entsprechend ausgestattetes Funkgerät endlich auf den Markt kommt.
In Anbetracht der bereits verstrichenen Zeit und längerem Schlechtwetter ließ sich Hans-Gerhard nach einigen Bergwanderungen diesmal mit seinem eigenen Pkw durch einen Angehörigen samt Fahrrad und Anhänger abholen.

Regelmäßige DL-weite C4FM-Runde auf Nord-Ostsee-Link
Jeden Mittwoch ab 20.00 Uhr findet im Wires-X-Raum auf dem Nord-Ostsee-Link eine informative Runde zum Thema „Digitaler Amateurfunk“ in der Betriebsart C4FM statt. Die Raumnummer lautet 28683. Weitere Infos gibt es im Internet. [2].

Aktuelle Conteste

  1. bis 20. August: SARTG RTTY Contest und Keymen’s Club of Japan Contest
    Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des Contest-Referates [dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 8/17 auf S. 62.

Der Funkwetterbericht vom 15. August, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 7. bis 14. August: Trotz der eher unscheinbaren Sonnenaktivität gab es in der vergangenen Woche durch den Meteorstrom der Perseiden ein paar Highlights für die Meteorscatterfans. Die sporadische E-Schicht bildete sich nur spärlich aus, aber sie war noch präsent und ermöglichte Short-Skip-Verbindungen auf 10 und 6 m. Beim WAE-Contest am vergangenen Wochenende war das geomagnetische Feld ruhig. Der solare Flux war die ganze Woche ziemlich konstant zwischen 68 und 73 solaren Fluxeinheiten. Die Logs der aktiven Contester dokumentieren die DX-Ausbreitung. Die besten Bänder waren 40 und 20 m. Aber auch 15 m öffnete sporadisch nach Nordamerika und die Karibik und auch 80 m ermöglichte bei ruhigem Erdmagnetfeld schöne DX-Verbindungen.

Vorhersage bis zum 22. August:
Am 14.8. begrüßte uns am östlichen Sonnenrand die Region 2671 mit sechs C-Flares. Sie wird momentan größer und bringt uns im Vorhersagezeitraum möglicherweise weitere Flares. Allerdings wird das großflächige koronale Loch CH820 am 16. oder 17.August geoeffektiv, so dass die ruhigen geomagnetischen Bedingungen vorbei sein werden [3].Falls die positive Störungsphase gut ausfällt, erwarten wir kurze, aber gute Bandöffnungen auf 17 und 15 m. Ansonsten bleiben 20, 30 und 40 m die besten DX-Bänder. In der bald beginnenden letzten Augustdekade spüren wir auch die länger werdende Dunkelphase und die langsam einsetzende 80-m-DX-Saison.

Es folgen nun die Orientierungszeiten für Grayline-DX, alle Zeiten in UTC:

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:05; Melbourne/Ostaustralien 21:05; Perth/Westaustralien 22:53; Singapur/Republik Singapur 23:04; Tokio/Japan 19:59; Honolulu/Hawaii 16:09; Anchorage/Alaska 14:05; Johannesburg/Südafrika 04:37; San Francisco/Kalifornien 13:25; Stanley/Falklandinseln 11:10; Berlin/Deutschland 03:48..

Sonnenuntergang: Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 23:54; San Francisco/Kalifornien: 03:03 ; Sao Paulo/Brasilien 20:49; Stanley/Falklandinseln 20:54; Honolulu/Hawaii 05:01; Anchorage/Alaska 05:55; Johannesburg/Südafrika 15:47; Auckland/Neuseeland 05:46; Berlin/Deutschland 18:32

Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte Thorsten Schmidt, DO1DAA, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch – mit bundesweiter Relevanz – schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an redaktion@darc.de. Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!

Verzeichnis der Internetadressen
[1] https://physics.princeton.edu/pulsar/k1jt/wsjtx.html
[2] http:// plus.google.com/u/0/+DO0OLGNordOstseeLink
[3] http://www.ionosonde.iap-kborn.de/actuellz.htm
[dx] http://www.darc.de/der-club/referate/referat-conteste/