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Ausgabe für Braille-Zeile und Screenreader.

Geschichte der Sendetechnik

Geschichtlicher Abriss

Von Froschhenkeln bis Marconi

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte Luigi Galvani, dass ein Froschschenkel, der mit einer Messerklinge in Berührung stand, immer dann zusammenzuckte, wenn bei einer in der Nähe stehenden Hochspannungsmaschine ein Funke übersprang.

Der drahtlose Rundfunk basiert aber auf der Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz 1886. Guglielmo Marconi übertrug dann diese Entdeckung auf die Übertragung telegrafischer Nachrichten. 1897 gelang ihm erstmals eine drahtlose Übertragung über 5 Kilometer, bereits 1901 funkte er mit einem Knallfunkensender über den Atlantik.

Funkensender

Der Ursprung des Begriffs Funken

Funkensender waren die ersten funktionstüchtigen Sendeapparaturen, mit denen man auf einer bestimmten Wellenlänge eine elektromagnetische Welle hoher Sendeleistung ausstrahlen konnte.

Das Prinzip ist folgendes: Der Kondensator C1 wird über den Vorwiderstand R zur Strombegrenzung auf Hochspannung von einigen kV aufgeladen. Der Ladevorgang wird durch das Zünden der Funkenstrecke beendet. Dann findet über den Lichtbogen eine Entladung in den Parallelschwingkreis bestehend aus C2 und einer Spule L statt. Dabei entsteht ein lauter Knall. Die Sendefrequenz ergibt sich aus der Resonanzfrequenz aus C2 mit L. Ein Teil der Energie dieses Schwingkreises wird dann über die Antenne ausgetrahlt. Abbildung Schaltplan gemeinfrei

Diese erste Form der Informationsübermittlung nannte man Funken-Telegraphie. Die deutsche Firma Telefunken leitete davon 1903 ihren Namen ab. Der Knallfunkensender wurde 1906 zum ähnlich aufgebauten Löschfunkensender weiterentwickelt.

Ein Funkensender konnte nicht moduliert werden. Das heisst, er konnte keine Sprache oder Musik übertragen. Er erzeugte Frequenzen im Langwellenbereich.

In den 20-er Jahren wurden die Funkensender verboten, weil sie bauartbedingt ein unsauberes, breitbandiges Sendesignal erzeugten.

gemeinfrei, Ernest Thompson Seton (1917) The Woodcraft Manual for Boys, Doubleday, Page & Co., New York

Lichtbogensender und Maschinensender

Sie ermöglichten erstmals die Modulation.

Lichtbogensender

Eine Weiterentwicklung des Funkensenders war Anfang des 20. Jahrhunderts der Lichtbogensender. Dem Nachteil der gedämpften breitbandigen Welle des Funkensenders begegnete der Däne Valdemar Poulsen, indem er den Knallfunken durch einen Lichtbogen ersetzte, der gleichmäßig brannte. Lichbogensender - auch Poulden-Sender genannt - wurden bis in die 1920-er Jahre auf Langwelle eingesetzt.

Maschienensender

Zur gleichen Zeit fertigte Reginald Aubrey Fessenden Anfang des 20. Jahrhunderts den ersten Maschinensender. Dabei handelt es sich um eine Anordnung aus einem Elektronmotor und einem Wechselstrom-Generator. Der Motor treibt den Generator an. Der Generator wiederum erzeigt elektrischen Wechselstrom einer bestimmten Frequenz. Auf diese Weise konnte erstmals eine sinusförmige Welchsespanung erzeugt werden - die Grundvoraussetzung für die Modulation, denn für diese benötigt man ein sauberes Sendesignal.

Erste Rundfunksendung der Welt

1906 installierte Ernst Alexanderson nach der Idee von Fessenden einen Maschinensender, den Alexanderson-Alternator, in Fessendens Funkstation in Brant Rock. Weihnachten 1906 wurde dann die weltweit erste drahtlose Musik- und Sprachübertragung gemischten Inhalts auf Langwelle ausgetrahlt. Fessenden las dazu aus der Bibel spielte auf der Violine Stille Nacht, heilige Nacht. Die Sendung wurde sogar auf Schiffen im Karibischen Meer empfangen und gilt als die erste Rundfunksendung.

Röhrensender

Einen großen Fortschritt brachte die Erfindung der Elektronenröhre.

Die sogenennte Glühemisson hatte bereits Edison nachgewiesen, aber erst der englische Physiker John Ambrose Fleming entwickelte 1904 die ersten Röhren-Dioden.


gemeinfrei, John Ambrose Fleming (1919) The Thermionic Valve and its Developments in Radiotelegraphy and Telephony, The Wireless Press, London, frontispiece


Der österreichische Physiker Robert von Lieben entwickelte schliesslich 1906 eine quecksilberdampfgefüllte Verstärkerröhre mit zwei Elektroden und elektrostatischer oder elektromagnetischer Beeinflussung von außen. Die sogenannte Liebenröhre war die erste Verstärkerröhre der Welt.

Sie wurde fortan rasch weiterentwickelt, bis ausreichend große Leistungen erzeugt werden konnten, um sie in einem Rundfunksender einzusetzen. Die Röhrensender lösten die Maschienensender und Funkensender ab. Mit ihrer Hilfe war es möglich geworden, Frequenzen höherer Frequenz zu erzeugen und damit den Kurzwellenbereich zur weltweiten Übertragung zu nutzen.

Obwohl seite den 1960-er Jahren Halbleiter die Röhrentechnik mehr und mehr verdrängten, werden auch heute noch Röhrensender betrieben, insbsondere im Bereich besonders leistungsstarker Sender.