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Ausgabe für Braille-Zeile und Screenreader.
06.04.2026

Zum Tod von Christian Schwarz-Schilling

Mit Christian Schwarz-Schilling ist ein Politiker gestorben, dessen Name für uns Radiomenschen mit einem medienhistorischen Umbruch verbunden bleibt. Der frühere Bundespostminister starb am 6. April 2026 im Alter von 95 Jahren in Büdingen. Von 1982 bis 1992 prägte er das Post- und Fernmeldewesen im Kabinett Helmut Kohl. Unter seiner Leitung wurden Kabelfernsehen und Privatfernsehen eingeführt, zugleich trieb sein Ministerium die Verkabelung der Bundesrepublik voran und schuf damit wichtige technische Voraussetzungen für neue Radio- und Fernsehangebote.

Für uns im Radio ist vor allem eines wichtig: Schwarz-Schilling war nicht allein der „Erfinder“ des privaten Rundfunks, denn die Zulassung privater Programme lag bei den Ländern, und das duale System wurde rechtlich dort ausgestaltet. Aber er war einer der entscheidenden Wegbereiter der Öffnung. Ohne den Ausbau von Kabel- und Satellitenverbreitung und ohne die Kabelpilotprojekte hätte sich der private Hörfunk in Westdeutschland kaum so schnell entwickeln können. 1986 startete mit Radio Schleswig-Holstein das erste landesweite private, rein werbefinanzierte Hörfunkprogramm.

Christian Schwarz-Schilling bleibt damit aus Sicht des Radios eine Schlüsselfigur jener Jahre, in denen aus einem weitgehend monopolartigen Rundfunksystem eine neue Vielfalt entstand. Sein Verdienst war weniger das Mikrofon selbst als die politische und technische Öffnung, die neue Stimmen überhaupt erst möglich machte.

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